Am 27. September, fand auf einem stillgelegten Betriebsgelände der Maschinenbaufirma Hauni in Hamburg/Bergedorf eine durch die Freiwillige Feuerwehr Wentorf und G.A.R.D. gemeinsam organisierte Großschadensübung statt. Bei der Regieübung wurde eine Explosion im Heizraum eines Bürokomplexes simuliert, bei der insgesamt 24 Personen mit realitätsnah geschminkten Verletzungen zu versorgen waren.

Die Rettung der Verletzten aus dem Gefahrenbereich erfolgte durch die Feuerwehr, die in den speziell präparierten Büroräumen eine äußerst realistisch wirkende Einsatzsituation vorfand: Mehrere zum Teil unter Trümmern begrabene Schwerstverletzte sowie durch herumfliegende Trümmerteile Verletzte hatten kunstvoll simulierte und geschminkte Frakturen, Blutungen und Splitterverletzungen, sowie Pfählungsverletzungen. Die Personen wurden mit Tragen aus dem Gebäude oder über Leitern aus dem Fenster ins Freie verbracht. Eine verletzte Person befand sich auf dem Dach und wurde mit der Drehleiter gerettet. Vor allem die durch Nebelmaschinen vorgetäuschte starke Rauchentwicklung erschwerte die Rettung der Verletzten und schaffte für die Einsatzkräfte eine realistische Rauchsituation mit so gut wie keiner Sicht im Gebäude. Einige Personen konnten sich mit leichten Verletzungen selbstständig ins Freie retten. Eine Person mit leichten Verbrennungen rettete sich mit einem Sprung vom Dach und erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirn- sowie Wirbelsäulentrauma. Während des Rettungseinsatzes kam es im Gebäude zu weiteren simulierten Verpuffungen, was den Einsatz für die Rettungskräfte zudem erschwerte.
Die Übung wurde nach zwei Stunden erfolgreich beendet. Obwohl der Ablauf vorher mit den Teilnehmern vorbereitet und besprochen wurde, folgte der Übungsverlauf situationsbedingt einer Eigendynamik, die nachträglich bewusst nicht mehr korrigiert wurde. Die hieraus resultierenden neuen Herausforderungen, wie beispielsweise durch eine andere Positionierung der Behandlungsplätze als ursprünglich vorgesehen, wurden gut gemeistert. Alle Einsatzabschnittsleiter der Feuerwehren und der G.A.R.D. äußerten sich in der Einsatznachbesprechung besonders positiv über die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst sowie die dadurch zu jeder Zeit gewährleistete gute medizinische Versorgung aller Verletzten. Die von Seiten der G.A.R.D. gewonnenen Erkenntnisse und Verbesserungspotentiale im organisatorischen Ablauf bei der Patientenversorgung wurden in einer abschließenden Sitzung besprochen und werden in die weitere Ausbildung der G.A.R.D.-Mitarbeiter einfließen.

